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Konzerne reagieren auf Hass-Domains


Wie die Financial Times Deutschland berichtet, reagieren Großkonzerne nun vermehrt auf „Brandsucks“ – was so viel wie Verunglimpfen von Markennamen bedeutet. Eine Möglichkeit,  dagegen vorzugehen, ist das Aufkaufen von auslaufenden Hass-Domains. Die FTD gibt folgendes Beispiel:

Den 7. Februar 2009 haben sich einige IT-Verantwortliche des US-Bürogerätespezialisten Xerox rot angestrichen: An dem Tag läuft das Domainnutzungsrecht für die Homepage www.ihatexerox.com aus. Die gleichnamige Website mit den Endungen .net und .org hat sich das Unternehmen prophylaktisch schon gesichert – wer diese versucht anzusurfen, landet im Nirgendwo. Auch www.xeroxstinks.com und www.xeroxcorporationsucks.com führen ins Nichts, weil Xerox die Domains ebenfalls hat registrieren lassen.

Von den im Internet zu findenden Hass-Domains, von denen fast 20 000 mit „sucks.com“ enden, befinden sich nach einer Studie 45 Prozent zum Verkauf, sodass betroffene Konzerne durchaus die Chance haben, auf die Domains zuzugreifen und sie wie im obigen Beispiel zu „entschärfen“.

Allerdings gibt es auch Unternehmen wie beispielsweise Southwest Airlines oder Loews, die die Brandsucks-Domains mit Leben erwecken, statt sie ungenutzt zu lassen. Dabei werden meist Kunden um eine Bewertung des Unternehmens bzw. der Produkte gebeten.

Manch ein Leser wird sich wahrscheinlich schon wundern, warum die von Brandsucks-Domains betroffenen Konzerne nicht einfach dazu übergehen, die Domain-Inhaber auf Nutzungsunterlassung abzumahnen oder zu verklagen. Die FTD schreibt dazu:

Beschwerden von Unternehmen gegen sucks.com-Domains brachten bislang keinen Erfolg – die Form des Protests ist durch US-Recht gedeckt. Über ihre eigenen Rechte sind sich die Domaininhaber durchaus im Klaren: So steht am Fuße der Site www.virginmediasucks.com, Anwälte mögen doch bitte keine nutzlosen Drohbriefe schicken.

Fazit: Brandsucks-Domains können für Konzerne unter Umständen bei entsprechender Reichweite zu einem ernstzunehmenden und teuren Problem werden. Allerdings dürfte das Problem nach deutschem Marken- und womöglich Lauterkeitsrecht eher zu vernachlässigen sein und primär auf dem amerikanischen Markt  auftreten.

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