Home » Mashups » Big Brother in der Schule

Big Brother in der Schule


Der Los Angeles Times ist zu entnehmen, dass der Los Angeles Schulbezirk für 9,9 Millionen US-Dollar zum Beginn des Schuljahres 2009/2010 die Einführung des Onlinetools MealpayPlus plant.

Eltern wüssten oft nach Verlassen der Wohnung zur Schule und bis zum Wiedereintreffen zuhause nicht, wie es Ihrem Schützling ergeht. Insofern klafft also eine Wissenlücke. In der LA Times wird es so ausgedrückt:

„There’s this black box – a child goes away and comes home, what happened during this time?“

Um die Frage zu klären, wie sich die Kinder in der Schule verhalten, gibt es daher z.B. MealpayPlus. Das Onlinetool schlüsselt auf, was die Kinder sich in ihrer Mittagspause zu essen kaufen und wird zudem für das Bezahlen des Essens eingesetzt. Die Eltern können darauf gezielt Einfluss nehmen, indem ihre Kinder zum Bezahlen des Mittagessens z.B: Scan-Karten erhalten, auf denen vermekt ist, dass die Kinder bestimmte Produkte wegen ungesunder Eigenschaften und/oder womöglichen allergischen Reaktionen gar nicht erst bezahlen und daher auch nicht erhalten können.

Andere Onlineprogramme wie z.B. Pearson’s PowerSchool geben den Eltern noch ganz andere Möglichkeiten. So ist es den Eltern mithilfe des besagten Programmes möglich, online darüber zu wachen, was die Kinder in der Schule für Noten erhalten und ob sie auch brav immer pünktlich zur Schule gehen. Zudem wissen die Eltern dank solcher Onlinetools bereits häufig vor Eintreffen der Kinder von der Schule, was die Kinder für Hausarbeiten zu erledigen haben. Die Lehrer der Kinder stellen alle benötigten Informationen mithilfe von z.B. PowerSchool online, darunter ggf. auch Informationen über auffälliges Sozialverhalten der Kinder.

Für eine Überwachung von Schülern spricht nach Aussagen einiger Befürworter der Onlinetools, dass damit Probleme bereits im Kein erstickt werden können. Zudem soll die mit den Überwachungssystemen einhergehendeTransparenz Druck erzeugen, welcher den Schülern gut tut.

Kritiker werfen den Online-Überwachungsprogrammen hingegen vor, dass Eltern damit zu viel Kontrollmacht über ihre Kinder erhalten. Den Kindern wird es so erschwert, selbstständiger und verantwortungsbewusster zu werden.

Ich bin der Meinung, dass zu einem gesunden Eltern-Kind-Verhältnis ein gesundes Maß an Vertrauen gehören sollte. Erst wenn dieses nicht mehr vorhanden ist, empfände ich es okay, zumindest über bessere Kontrollmöglichkeiten nachzudenken. Zuvor sollte man aber das Gespräch mit dem Kind suchen, um eine persönliche Lösung zu finden. In meinen Augen stellen die angesprochenen Überwachungsprogramme die Kinder unter den Generalverdacht des Fehlverhaltens.

Bookmarken bei: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • del.icio.us
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • Alltagz
  • Facebook
  • TwitThis
  • Webnews
  • StumbleUpon
  • MySpace
  • LinkedIn
  • Technorati
  • SEOigg
  • Linkarena
  • email

Einen Kommentar hinterlassen