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Die Kleinunternehmerregelung im Umsatzsteuerrecht


Die Kleinunternehmerregelung im Umsatzsteuerrecht – Gastbeitrag von Andre Majkopet, Gründer der Seite gewerbe-anmelden.net

Die Kleinunternehmerregelung ist eine Vereinfachung im Umsatzsteuerrecht für kleine Unternehmen. Durch Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung kann erreicht werden, dass man steuerlich weitgehend wie ein Privatmann behandelt wird. Das bedeutet im Besonderen, dass man auf Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen muss. Im Gegenzug ist man auch nicht berechtigt, die Vorsteuer aus Rechnungen im Einkauf in Abzug zu bringen. Daraus ergibt sich neben einer erheblichen Bürokratievereinfachung ein kleiner Wettbewerbsvorteil für Kleinunternehmer, sofern das Produkt oder die Dienstleistung vor allem an Endkunden vertrieben wird. Dadurch, dass auf das Produkt keine Umsatzsteuer aufschlagen werden muss, kann man einen kleinen Preisvorteil an Endkunden weitergeben, beziehungsweise die eigene Gewinnspanne vergrößern. Beim Geschäft mit vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen, bringt die Kleinunternehmerregelung hingegen keinen Vorteil, weil diese sowieso mit Nettopreisen ohne aufgeschlagene Umsatzsteuer rechnen.

Kleinunternehmerregelung für Webseiten-Betreiber

Alle diese Regelungen gelten für das analoge Geschäftsleben genauso wie für Geschäfte, die im Internet betrieben werden. Wer mit seiner Homepage, seinem Webshop oder den Dienstleistungen, die er als Webmaster anbietet unter 17.500 Euro Umsatz bleibt, der kann die Kleinunternehmerregelung nutzen, muss dies aber nicht. Nach dem Wahlrecht kann jeder Unternehmer auch auf die Kleinunternehmerregelung verzichten, wenn er dies als günstiger für sein Unternehmen erachtet. Vorsicht allerdings, denn mit einer solchen Entscheidung legt man sich für fünf Kalenderjahre fest. Es ist sicherlich sinnvoll, das eigene Geschäftsmodell vorab mit einem Steuerberater durchzusprechen, bevor man die Entscheidung für oder gegen die Kleinunternehmerregelung trifft.

Gewerbeanmeldung und Kleinunternehmerregelung

Unberührt von der Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung ist die Anmeldung eines Gewerbes. Wer mit seinem Angebot Umsätze erzielt, der betreibt ein Gewerbe und muss dieses auch beim Gemeindeamt oder der Stadt anmelden. Dies ist relativ einfach für circa 25 Euro bei jeder Kommunalverwaltung möglich, an der sich der Geschäftssitz des Unternehmens befindet. Alle Rechnungen, die ein solcher Gewerbetreibender stellt, müssen unabhängig davon, ob die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen wird, also unabhängig davon, ob Umsatzsteuer ausgewiesen wird oder nicht, den formalen Ansprüchen genügen, die der Gesetzgeber für eine Rechnung in der Umsatzsteuergesetzgebung vorgibt.

Kleinunternehmerregelung bei der Existenzgründung

Bei Neugründung eines Unternehmens muss der erwartete Jahresumsatz für das Finanzamt in einer glaubhaften Schätzung prognostiziert werden, um über eine Gewährung der Kleinunternehmerregelung entscheiden zu können. Liegt die Schätzung über den genannten 17.500 Euro, so entfällt die Möglichkeit, die Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen von vornherein. Hat der Umsatz im Gründungsjahr anders als prognostiziert die 17.500 Eurogrenze überschritten, so darf die Kleinunternehmerregelung für das zweite Wirtschaftsjahr nicht mehr in Anspruch genommen werden. Dasselbe gilt, wenn der prognostizierte Umsatz für das nächste Geschäftsjahr die 50.000 Euro Marke überschreitet.

Fazit

Ob die Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung für eine Firma möglich und sinnvoll ist, kann nur im Einzelfall entschieden werden. Sicherlich bedeutet die Entbindung von der Pflicht monatlich oder vierteljährlich eine Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben eine gewisse Arbeitsentlastung. Allerdings zwingt diese Verpflichtung auch dazu, laufend auf eine saubere Kassenführung zu achten, was bei vielen Kleinunternehmern eines der Hauptprobleme für eine objektive Beurteilung der Geschäftsentwicklung darstellt. Außerdem ist die Voranmeldung mit einem modernen Büroprogramm wirklich kein Problem mehr und funktioniert sozusagen auf Knopfdruck. Also alle finanziellen und sonstigen Auswirkungen der Kleinunternehmerregelung mit einem Existenzgründungsberater, einem Steuerberater oder sonstigen Fachmann genau durchsprechen, abwägen und dann erst entscheiden.

Über Andre Majkopet

Andre Majkopet ist selbständiger Webentwickler. Seine kürzlich ins Leben gerufene Seite gewerbe-anmelden.net knüpft an den Gastartikel an und klärt Betroffene, wie beispielsweise Betreiber von Webseiten, fundiert über die Eigenschaften und Umstände einer Gewerbeanmeldung in Deutschland auf.

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